Flugdienst- und Ruhezeitvorschriften bei Luftfahrtunternehmen nach Subpart Q und LuftBO (in Deutschland)

Die Flugdienst-, dienst- und Ruhezeitvorschriften in der Business Aviation hat deren besondere Belange zu berücksichtigen. Die Business Aviation ist Bedarfsflugverkehr. Flüge finden nur statt, wenn der Bedarf besteht und dieser Zeigt sich mitunter erst kurzfristig.

An die Unternehmen wie auch an die Besatzungen stellt dies spezielle Anforderungen. Dabei sei darauf hingewiesen, dass mit dem Begriff "speziell" nicht notwendigerweise gemeint ist, dass in der Business Aviation höhere Anforderungen als in der Großluftfahrt bestehen, sondern eben andere und im Hinblick auf das Segment der Luftfahrt besondere. In der Bedarfsluftfahrt gibt es eben keine Dienstpläne in denen einzelne Flüge schon Monate im voraus bekannt sind.  

Dies zu berücksichtigen gewinnt auch an Bedeutung, nachdem Luftfahrtunternehmen von Klagewellen ehemaliger Mitarbeiter überrollt wurden die für Rufbereitschaftszeiten (die arbeitsrechtlich von Bereitschaftsdiensten zu unterscheiden sind) rückwirkend Vergütungen gefordert haben. Die nahezu gleichlautenden Klageschriften schilderten anschaulich aber wenig rechtlich differenziert und fundiert die Beschwerlichkeit von  Piloten die

  • entweder weltweit im 5 Sterne-Hotel mit Pool, Wellnessbereich und Sauna  auf ihre Einsätze warten (und denen dies vor der Berufsentscheidung bekannt gewesen sein sollte),
  • oder ihren Lebensmittelpunkt zuhause bei der Familie haben und dort wohnen aber eben als Piloten für Flugeinsätze mit einer angemessenen Vorlaufzeit bereit stehen. 

Ausführlich wurde thematisiert, dass die Piloten während dieser Beschwerlichkeit keinen Alkohol zu sich nehmen dürfen. Angesichts der Aufmachung der Klageschriften ließen sich Richter durchaus auch aufs Glatteis führen. 

In solchen Fällen ist ein sachlich fundierter Umgang notwendige Voraussetzung um nicht "vor Gericht oder auf Hoher See" zu scheitern. 

 

Die Aktenzeichen der Verfahren werden wir hier in Kürze bereitstellen.